Eine völlig verblüffende Raumabbildung des Klangeschehens aus 2 nebeneinander angeordneten Lautsprechern: Ein experimenteller Algorithmus stellt Stereo auf den Kopf.Es gibt ein paar Unterschiede zwischen WEISS in Uster und "normalen" High-End-Herstellern: Das Lob kommt nur von den Kunden, man fürchtet sich vor den alten Ideen, nicht vor den Neuen, und die Gene stammen aus dem Tonstudio. Bis zur Jahrtausendwende fand man Geräte von WEISS Engineering nicht im audiophilen Wohnzimmer, sondern in den Mastering-Studios - in fast allen Mastering-Studios.
WEISS feiert 2014 sein 30 jähriges Jubiläum ohne Pauken und Trompeten. Man nimmt das eher beiläufig wahr. Es beeindruckt aber schon, dass Weiss Engineering schon vor 30 Jahren mit 24 Bit und 96 kHZ Sampling arbeitete.
Music Archive Network Player MAN301
Der weltweit preisgekrönte MAN301 Musikserver enthält fast alles, was WEISS heute definiert. Mit dem DAC-B steht ab sofort eine nochmals verbesserte analoge Ausgangsstufe bereit, auch als Upgrade bei bestehenden Geräten. Die Modularität und Erweiterbarkeit der Geräte ist vorbildlich.
Der MAN301 erfährt in Kürze ein Software-Update, auf das man gespannt sein darf. Die wichtigste funktionale Erweiterung ist der Empfang von Musikstreaming-Diensten über das ohnehin für die Bedienung des MAN erforderlichen iPads mit Datentransfer zum MAN301. Damit umgeht man clever die Einschränkungen fest integrierter Streamingdienste, wie es die Konkurrenz anbietet. Jeder Musikstreaming-Dienst, der eine iPad-Applikation anbietet, kann frei genutzt werden.
Ebenso intelligent ist eine Erweiterung, bei der die Musik, die man gerade spielt, auf einem individuellen URL verfügbar ist. Damit kann man z.B. in einem anderen Raum dieselbe Musik vom Internet streamen.
Work in Progress
Mit 5 MAN301 übereinander arbeitet man bei WEISS einen Kundenauftrag ab. Über 1000 CDs werden für diesen Kunden gerippt und zudem gesichert aufbewahrt.Sehr beeindruckend war die Vorführung von Kunstkopf-Aufnahmen über zwei nebeneinander platzierte Lautsprecher. Mit einem experimentellen Algorithmus wird das Übersprechen zwischen linkem Lautsprecher / rechtem Ohr und rechtem Lautsprecher / linkem Ohr eliminiert, um Kunstkopf-Stereo über Lautsprecher hören zu können. Resultat war eine beeindruckend räumliche Darstellung mit präziser Ortbarkeit, aber quasi von einem Punkt im Raum abgestrahlt. Es funktioniert ähnlich perfekt mit normalen Stereo-Aufnahmen.
Ob das Prinzip jemals eingesetzt wird, ist noch nicht gesichert. Das beeindruckende Experiment zeigt aber mit aller Deutlichkeit, was heute und in Zukunft möglich sein wird. Man kann sich glasklar vorstellen, welche Möglichkeiten hier geschaffen werden könnten.
Neue Ideen
Weitere geplante Software Updates für den MAN301 dürfen erwartet werden: Klanganpassungen (-regelung), Raumanpassung aber auch die Simulation dynamischer Verzerrungseigenschaften inklusive Ein- und Ausschwingverhalten von Vinyl-Tonabnehmern zur "Erzeugung" eines egreifenden "Vinyl-Klangs".
Die Puristen mögen sich am Kopf kratzen, doch sollte man sich tunlichst nicht vor neuen Ideen fürchten, sondern dann und wann vor den Alten. Man soll sich das anhören, bevor man vorschnell urteilt. Diese geplanten und optionalen Erweiterungen sind nicht in Stein gemeisselt, aber sie sind mit Spannung zu erwarten.