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Gut zum Druck

Unterhaltungselektronik aus dem Printer

3D-Printer drucken nicht nur Spielzeuge, sondern auch Unterhaltungselektronik, etwas unbeholfen noch aber mit interessanten Ansätzen, die das Potenzial dieser Technik zeigen.

Von Guido Dietrich · 10. Februar 2013
Der Kopfhörer aus dem 3D-DruckerDer Kopfhörer aus dem 3D-Drucker

Es braucht eine Druckvorlage und einen 3D-Drucker, dann sind reale Gegenstände druckbar, die in der realen Welt verwendet werden können. In der Industrie sind das etwa Prototypen und Muster, die in der Anwendung getestet oder dem Kunden in die Hand gegeben werden können. Die europäische Weltraumbehörde ESA untersucht gar die Möglichkeit, eine Mondbasis mittels 3D-Druck zu bauen. Dabei soll lockeres Oberflächengestein vom Mond als Baumaterial verwendet werden.

Tüftler und Tüftlerinnen werkeln aber auch an Methoden, Produkte der Unterhaltungselektronik druckfähig zu machen, etwa Kopfhörer oder Schallplatten. Mit der Einführung von „The Cube“ (http://cubify.com/cube/), einem 3D-Drucker für Private, der ab 1400 US-Dollar erhältlich ist, könnte diese Technik bald massentauglich werden – Star Trek für zu Hause.

The Cube (Herstellervideo)

Kopfhörer

John Mabry mit seinem 13.30-Kopfhörer

"13.30 Headphones" nennt John Mabry sein Projekt für einen Kopfhörer, dessen Design  im Internet bei Thingiverse heruntergeladen und mit einem 3D-Printer ausgedruckt werden kann. Für zwei der zehn Kopfhörer-Komponenten ist man allerdings noch auf einen Spezialdrucker angewiesen. Eine Nachbesserung ist angekündigt. Ergänzt um elektrische (Chassis, Stecker, Kabel) und mechanische Komponenten (Schaumstoff, Federn aus einem Kugelschreiber für die lötfreie Konstruktion) für insgesamt 15 – 18 Dollar kann der Kopfhörer anschliessend ohne Werkzeuge zusammengebaut werden. Sollte ein Teil defekt sein, kann es einfach wieder neu ausgedruckt und zusammengesteckt werden. Den ersten Versuch zu seinem Kopfhörer hat John Mabry auf einem professionellen Drucker gestartet. Die Zeit für den Ausdruck betrug 13 Stunden und 30 Minuten, daher der Name des Kopfhörers.

Schallplatten

Amanda Ghassaei  hat funktionsfähige Schallplatten als 3D-Ausdrucke hergestellt, das heisst die Schallplatten lassen sich abspielen, und die Songs sind sogar erkennbar. Doch obwohl sie einen professionellen Drucker verwendet hat, beträgt die Auflösung etwa ein Zehntel dessen, was für eine ansprechende Audioqualität nötig wäre. Auch hier ist eine weitere Entwicklung beim Drucker oder beim Material nötig.

Für den Ausdruck wie auf Instructables präsentiert hat Ghassaei ein Verfahren entwickelt, das die Hüllkurve der Musik in ein dreidimensionales Rillenmuster umwandelt. Eine Schwierigkeit ist zur Zeit, dass eine Datei für die 3D-Darstellung recht fett wird. Die Rede ist von mehr als einem Gigabyte pro Song. Das Druckverfahren beansprucht zudem eine ganze Seite einer LP. Zur Zeit ist es bestimmt einfacher, die Schallplatte zu kaufen.

Edison lässt grüssen (Video von Amanda Ghassaei)

Ab in die Zukunft

Halterung für das iPhone auf dem Skateboard aus dem 3D-Drucker

Skateboard fahren und ein Video aufnehmen? Kein Problem: rasch einen Halter für das Smartphone entwerfen, in 3D ausdrucken, montieren, und los kann’s gehen. So könnte die Zukunft aussehen.

Noch nicht ganz so weit ist die Realität. Für sein Projekt, das thegreenassassin auf instructables vorgestellt hat, musste er noch den Drucker einer Universität bemühen. Die Halterung ist bereits recht ausgereift: Sie ist horizontal um 360° schwenkbar und mit einem Schaumstoff für die weiche Lagerung des iPhone ausgestattet. Eine nächste Version soll dennoch zusätzliche Verbesserungen bringen:  Reduktion von Vibrationen und Verstärkung des Materials. Tüfteln ist angesagt.

Onlinefassung: https://avguide.ch/magazin/gut-zum-druck-unterhaltungselektronik-aus-dem-printer
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