
Stöpselkopfhörer müssen nicht immer grauenvoll klingen, wie die neusten „In Ear-Hörer“ von Sennheiser es beweisen.
Adrenalin-Kick und Gehörschäden

Sowohl der MX 450 wie auch der MX 550 kommen in einer Box zum Aufbewahren ohne Kabelsalat
Ein Ding der Unmöglichkeit?
Stöpselkopfhörer, so glaubte man bisher, seien nicht fähig, einen anständigen Sound zu liefern, obwohl sie sehr praktisch und leicht zu tragen sind. Ein Vorteil in Sachen Tragekomfort, aber ein Problem in klanglicher Hinsicht ist, dass diese Art von Hörer sehr locker im Ohr sitzt. Drückt man die Hörer etwas in den Gehörgang hinein, erscheint ein voller und satter Bass. Entfällt dieser Andruck, so verschwindet der Bass - zurück bleibt meist ein dünner, mickriger Sound.Schockschwerenot
Für viele HiFi-Fans war es denn auch ein Schock, als sie sehen mussten, dass sogar eine angesehene Firma wie Sennheiser mit derartigen Hörern auf dem Markt erschien. Fachleute aber wissen - und das ist kein billiger Werbespruch - wenn Sennheiser was macht, dann kann es nicht schlecht sein. Was lag also näher, als sich drei der neuen In Ear-Hörer in Preislagen von Fr. 17.- bis 34.- zu angeln und in aller Ruhe gründlich auf den Zahn zu fühlen.Technik

Basswind System (1), Knickschutz für das Kabel (2)
Superbass aus dem Stöpsel?
Der Frequenzbereich dieser Hörer wird mit 18 Hz bis 21'000 Hz angegeben, was einem absoluten Spitzenkopfhörer sehr gut anstehen würde. Dabei vermeidet man es tunlichst, dem Anwender anzugeben, um wieviele dB der Frequenzgang im Grenzgebiet abfällt. So sind diese Angaben auch für Datenfetischisten völlig wertlos. Von einem Stöpselkopfhörer einen 18 Hz Ton zu erwarten , wäre sowieso unrealistisch. Andrerseits ist zu bedenken, dass In-Ear-Hörer tatsächlich tiefe Bässe produzieren können, die aber aufgrund des allzu lockeren Sitzes am Ohr nicht zum Tragen kommen. Genau dasselbe passiert auch bei einem grossen Hörer: Hebt man diesen etwas vom Ohr ab, so verschwinden die tiefen Bässe. Die Angabe des Schalldruckpegels von 113 dB bei 1 Volt Input hingegen verrät, dass die Hörer mit relativ wenig Spannung bereits anständig laut klingen, was die im Player eingebauten Mini-Verstärker zu schätzen wissen.Kleine Ursache – grosse Wirkung
Rehabilitiert!
Der preisgünstigste In Ear-Hörer unseres Tests, der MX 350, überraschte durch ein rundes, angenehmes Klangbild. Die grauenhaften Klangverfärbungen der meisten Artgenossen waren auch nicht in Ansätzen vernehmbar. Bei Rock und Pop brachte er einen vollen und eher soften Sound, der auch bei höheren Pegeln nicht nervte. Brillanzfans wünschten sich allerdings etwas mehr Punch im Mitten- Hochtonbereich. Andere wiederum schätzten gerade die Freiheit von Schärfe und Aggressivität.Ohne Boost keine Bass
Obwohl der MX 350 Bass liefern kann, fehlt ihm doch eine Prise Tiefstbass, welche dem Klangbild den gewissen Druck spendiert. Deshalb wurde der Bassboost am CD-Player auf die Stufe 1 gestellt und das Klangbild erhielt das notwendige Tiefbassfundament. Auf Bassboost 2 wurde das Klangbild je nach Aufnahme bereits als etwas basslastig und dröhnend empfunden.Sogar Klassik ein Genuss
Brillante Sounds von Soft bis Hard

Entspannende Sounds aus dem Stöpsel
Der Vergleich

Die klanglich verbesserten In Ear-Hörer verdrängen die grossen HiFi-Hörer nicht.