Surround-Sound mit 7 Kanälen
Surround EX wurde in Zusammenarbeit von Dolby mit Lucasfilm entwickelt und das erste Mal 1999 im Film "Star Wars: Epsiode I: The Phantom Menace" eingesetzt. Das Verfahren verwendet Dolby Digital 5.1 und liefert einen zusätzlichen Surround-Kanal, dessen Signal durch Matrix-Codierung in die bestehenden linken und rechten Surround-Kanäle gemischt wird. Dieser neue Kanal, als hinterer Surround-Kanal bezeichnet, wird bei der Wiedergabe dematriziert und auf einen oder mehrere Lautsprecher gegeben, die sich hinten in der Mitte befinden. So sind drei Surround-Kanäle hörbar: linker, mittlerer und rechter. Surround EX benutzt insgesamt sieben Kanäle: drei vorne, drei Surrounds und den in der Frequenz beschnittenen LFE (Low Frequency Effects). Dolby Digital Surround EX ist kompatibel mit allen Dolby Digital-Wiedergabeverfahren. Während bei der Decodierung mit einem Surround EX-Decoder der hintere Surround-Kanal ein Signal erhält, wird dieses bei einem 5.1-System ohne Erweiterung zusätzlich über die seitlichen Surrounds wiedergegeben, das heisst die Information geht nicht verloren. Die Kompatibilität von Surround EX zu Dolby Digital ist also dieselbe wie von Dolby Surround zu Stereo: Ein Dolby Surround-codiertes Signal kann in Stereo wiedergegeben werden, stets aber mit der zusätzlich zum Stereosignal aufmatrizierten Information. Surround EX wird damit eine Option für diejenigen, die eine Dolby Digital oder THX 5.1-Anlage besitzen. Sie können EX-codierte Software problemlos abspielen, aber bei Bedarf die Anlage ausbauen zu einem System, das auch die hinteren Surrounds wiedergibt. Dabei muss der 5.1-Decoder ausgewechselt werden gegen einen EX-tauglichen, und eine Endstufe (ein- oder zweikanalig) sowie die zusätzlichen Boxen sind anzuschaffenDer Zusatzkanal

3 Surround-Kanäle werden über 4 Lautsprecher wiedergegeben
THX Surround EX
Analog-EX
Wer eine 5.1-Anlage mit Vorverstärkerausgängen für die Surround-Signale besitzt und noch Zugriff auf einen Pro Logic-Decoder hat, kann sich zu Hause eine analoge Variante von Surround EX aufbauen. Der Pro Logic-Decoder erhält als Eingang die Vorverstärkersignale der Surround-Kanäle aus dem 5.1-Decoder (beziehungsweise AV-Receiver). Pro Logic dematriziert diese Signale und erhält so die Information für den hinteren Surround-Kanal. Die Ausgänge des analogen Decoders für die vorderen Kanäle (links, Center und rechts) werden auf die Verstärker für die Surrounds (links, hinten und rechts) gegeben, das heisst der Center-Kanal des Pro Logic-Decoders wird zum zusätzlichen EX-Kanal. Mit dieser Behelfskonstruktion können EX-codierte Filme über 7 Lautsprecher wiedergegeben werden. Einige Schwierigkeiten sind dabei zu berücksichtigen. Diese können – abhängig von der realisierbaren Installation und vom Tonmaterial – einen Rundumklang erschweren oder gar verunmöglichen. Die analoge EX-Variante kann nicht mit dem Rauschgenerator des Dolby Digital-Decoders eingepegelt werden, da die gleichphasigen Rauschanteile der Surroundkanäle auf die hinteren Lautsprecher gelangen. Bei den meisten Pro Logic-Decodern ist die Verzögerungszeit für den Centerkanal gar nicht oder nur in engen Grenzen einstellbar, das bedeutet für die EX-Installation, dass sich der hintere Surround-Kanal kaum virtuell verschieben und damit den Raumverhältnissen anpassen lässt. Bei der Wiedergabe des Filmtones erscheint ein Signal, das zu gleichen Teilen im linken und rechten Surround-Kanal enthalten ist, also der Monoanteil einer 5.1-Mischung oder die Surround-Information eines Dolby Surround-Filmes, nur hinten im mittleren Surround-Kanal. Dabei bricht die Klangausdehnung seitlich zusammen und beschränkt sich auf den hinteren Lautsprecher. Umgekehrt kann hinten ein Loch auftreten, wenn die Signale von Surround links und rechts gegenphasig sind.Zusammenfassung