Für Chorwerke und Sakralmusik scheint die hochauflösende Mehrkanaltechnik ja prädestiniert. Bei der vorliegenden SACD-Aufnahme von Mozarts Requiem verzichteten die Tontechniker auf jedwede Effekthascherei und schufen eine wohltuend natürlich klingende Einspielung, die sowohl von der Interpretation wie von der Aufnahme her das Attribut "homogen und natürlich" einwandfrei verdient.
So kommt aus den Surroundkanälen wirklich nur der effektive Hallanteil (das Werk wurde in einer Konzerthalle und nicht in einer Kirche aufgezeichnet), und sowohl das Orchester wie die Solisten lassen sich kaum zu übertriebenen Gefühlsäusserung hinreissen, agieren durchweg diszipliniert.
Das Resultat ist eine aussergewöhnlich authentisch anmutende Aufführung, die zwar auf individuelle Glanzlichter verzichtet, dafür das Opus als Ganzes auferstehen lässt. Das einzige, was man den "nüchternen" Holländern vielleicht vorwerfen könnte, wäre, dass ein wenig mehr Gefühlsseligkeit dann und wann doch ganz gut getan hätte.
Dennoch: So lässt man sich die neue Aufnahmetechnik gefallen! Als Supplement gibt’s Bachs "Introitus und Kyrie" aus der Totenmesse.