In die Kategorie Latin-Jazz mit karibischen Wurzlen gehört dieses Album des gebürtigen Dominikaners und Pianisten Michel Camilo, der Anfang 90er Jahre ein eigentlicher Shooting Star im kommerziellen Jazz war und als „Universalgenie“ angesehen werden kann. So hat er sich auch schon einen Namen als Komponist im klassischen Bereich gemacht und und ist u.a. bereits einmal in der Zürcher Tonhalle aufgetreten.
Das neue Album „Triangulo“ bietet gepflegte Jazz-Trio-Unterhaltung, reisst einen aber eigentlich nur dann vom Hocker, wenn er seinen karibischen Wurzeln Rechnung trägt und Latin-Kompositionen zum Besten gibt. Zwischendurch will er sich (oder uns) beweisen, dass er auch Modern- und Mainstream-Jazz perfekt beherrscht. Leider dann allzu geschliffen und ohne grosse Spannungsmomente.
Die an sich superbe Aufnahmetechnik von Telarc sorgt für perfekte Duchhörbarkeit, lässt aber einige Fragen bezüglich des Abmischens aufkommen: Warum nur ertönt die eine Hälfte der Perkussion von vorne links, die andere hinten links aus dem Surroundkanal? Insgesamt gilt für dies Album: Knapp daneben ist auch daneben. Schade.