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Musikrezension

Morphine: Ein intensives Livealbum als Nachlass

Bootleg Detroit

Von Hanspeter Frei ·
Das erste offizielle Livealbum des Bostoner Trios ist die zweite Veröffentlichung nach Bassist Mark Sandmans überraschendem Tod am 3. Juli 1999 (er verstarb während eines Konzertes in Rom an einem Herzanfall). Im Frühling dieses Jahres erschien das letzte Morphine-Studioalbum «The Night», an welchem Sandman noch mitgearbeitet hatte, jetzt folgt mit dem am 7. März 1994 in Detroit aufgenommenen Livealbum ein Werk, dass Morphine pur und unverfälscht zeigt.
Das Trio von Sandman, Drummer Billy Conway und Saxer Dana Colley entfacht mit seiner unkonventionellen Instrumentierung (Zwei-Saiten-Slide-Bass, Schlagzeug und Saxofon, dazu Stimme) eine dichte, atmosphärische Stimmung. Low-Rock wird diese Musik genannt. Die tiefen, warmen Töne dominieren, manchmal treibend, dann wieder schwermütig, aber immer packend.
Die Konzertstimmung ist unmittelbar und greifbar (die Aufnahmen wurden von einem Fan gemacht), und die Musiker sind gut aufgelegt. Zusätzlich enthält die CD noch unveröffentlichte Videoaufnahmen von Morphines Auftritt am Jazz Festival Montreux 1995 während der «Cure For Pain»-Tour. Auch wenn vermutlich nichts Neues mehr von Morphine erscheinen wird, gibt es keinen Grund, warum man diese einmalige Band vergessen soll.

Album
AlbumtitelBootleg Detroit
LabelMV/COD Music/Ryko
Jahr1995
BestellnummerRyko
MediumCD
Musik 9 Klang 3
Der Autor Hanspeter Frei

Hanspeter Frei ist der Foto- und Videospezialist von avguide.ch und einer der versiertesten Fachjournalisten seines Gebiets. Er testet Kameras, Objektive und Videotechnik.